Durch das Erdenbachtal zum Klidinger Wasserfall

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Diese Tour ist ein absolutes Highlight in jeder Wandersaison. Es hat allerdings drei Anläufe gebraucht, da es um Kennfus herum keinerlei Hinweise auf diesen Weg gibt. Vielleicht deshalb bin ich auf der Tour außer zum Ende auf der Falkenlay keinem Menschen begegnet. Allerdings rate ich dazu, diese Tour – anders als ich – nicht alleine zu gehen. Im Erdenbachtal und am Klidinger Bach reicht das Mobilnetz noch nicht einmal für Notrufe, es gibt kein Netz!

Ihr werdet sehen, dass dieser Bericht keiner im üblichen Sinne ist. Wegbeschreibung braucht es wenige, Stichpunkte genügen. Deshalb wird es eher ein Fotobericht sein, obwohl die Schönheit und der Erlebniswert dieser Tour durch Fotos nur sehr unvollkommen wiederzugeben ist. Ich versuche es dennoch.

Von Kennfus zum Klidinger Wasserfall

Gestartet bin ich in Kennfus in der Neubornstraße, gegenüber Hausnummer 18. Dort geht ein kleiner Stich hangabwärts, von dem ich nach rund 200 m nach rechts abbiege. Ich erreiche ein Blockhaus des örtlichen Wasserwerks und folge dem Weg. Steile, nein sehr steile Täler sind von eher unscheinbaren Bachäufen in das Schiefergestein gefräst worden. Ihr kennt die Schwierigkeit, deren Steilheit in Bildern festzuhalten? Deshalb ließ ich es auch. Aber sie sind wirklich sehr steil!

Bald erreiche ich das Erdenbachtal und ein ganzes Weilchen geht es direkt am Erdenbach entlang. Links über dem Erdenbach sehe ich die Schieferwand der Spitzley durch die hohen Bäume blitzen und bald bin ich an der Mündung des Klidiger Baches, in dessen Nähe mir ein Schild den Weg zum Wasserfall weist.

Dort erwartet mich eine abenteuerlich anmutende Querung. Nicht wegen der Art der Querung, sondern wegen des Zustandes. Diese scheint gefühlte 100 Jahre nicht angerührt worden zu sein! Vorsichtig taste ich mich vor. Und: Sie trägt mich und meine 85 kg, auch wenn die Stämme sich bedenklich biegen.

Nun geht es etwa 300 bis 400 m steil bergauf. Der Pfad ist schmal, felsig und ungesichert. Trittsicherheit ist hier ein absolutes Muss. Als Belohnung wartet der höchste Wasserfall der Eifel mit insgesamt 20 m Fallhöhe auf uns, die sich auf zwei Stufen aufteilen. Je nach Wassermenge ein tosendes oder eher stilles Erlebnis. Hinter einer Holzbrücke führt ein Abstieg zum Fuß des Wasserfalls, direkt unter der zweiten, etwa 10 m hohen Stufe. Einige 10 m weiter den Pfad hinauf gelangt man an die Kante des Falls, von dem Ihr in die Tiefe blicken könnt.

Nach dem Abstieg vom Wasserfall folgt die Tour noch eine ganze Weile dem Erdenbach, bevor es in einer scharfen Spitzkehre hinauf zu den Aussichtspunkten oberhalb von Bad Bertrich geht. Der Aufstieg zieht sich und so bin ich über eine Rast am pavillonartigen Hohenzollernturm froh. Danach ein kurzer Abstecher zum Bismarckturm, dessen baulicher Zustand das Betreten nicht mehr möglich macht.

Von beiden Aussichtspunkten hat der Wanderer herrliche Ausblicke auf das tief im Talkessel liegende Kurörtchen Bad Bertrich. Aber das ist noch lange nicht alles an Tief- und Weitblicken. Es folgt der Gang durchs ‚Tal der Liebe‘ zum ‚Panoramablick auf Bad Bertrich‘, die Oase der Ruhe mit der Eifelhütte, de ebenfalls tolle Ausblicke bieten.

Die Wanderroute nähert sich nun den geologischen Highlights oberhalb Bad Bertrichs: Die Facher Höhe mit einem Farbenfrohen Basaltstrom und einer Sedimentwand, an der wir die schichtweisen Ablagerungen einer Vielzahl von Vulkanausbrüchen beobachten können. Über den Aussichtspunkt auf einer Felsnase des Falkenley-Vulkans geht es zurück nach Kennfus.

GPS-Daten zum Download Klidinger Wasserfall

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